Der Künstler Konrad Huber stellt 40 seiner Werke im Oedhof aus.

Malerei als Lebenselixier
Der Künstler Konrad Huber zeigt bei einer Ausstellung in seiner Heimatstadt Freilassing 40 neue Werke
Konrad Huber aus Freilassing ist ein echter (Über)Le-benskünstler. Und das im besten Sinn des Wortes. Obwohl er nach einem schweren Unfall in seiner Jugend seit Jahren im Rollstuhl I sitzt, hat „Koni”, wie ihn seine Freunde nennen, nie aufgegeben. Die Familie ist seine Stütze, die Malerei sein Lebenselixier. Form und Farbe auf der Leinwand, mal , abstrakt, mal gegenständlich gemalt, wurden zu seiner großen Leidenschaft. Rund 40 neue Bilder in den Verschiedensten Techniken zeigt der Maler zum Thema „Verdrehte Gedanken”. Im Hotel Oedhof in Freilassing präsentiert er die große Bandbreite seiner Fantasie und bildnerischen Gestaltungskraft.
Aufgeben war nie sein Ding
Mit 16 Jahren war Konrad Huber nach einer Übung in Fritz am Sand zusammen mit seinem Team von der Bergwacht auf dem Heimweg, als er in einen schweren Autounfall verwickelt wurde. Der junge Bergwachtler brach sich dabei zwei Rückenwirbel, was aber nicht gleich erkannt wurde. Nur dank seines trainierten, muskulösen Körpers überstand der Kletterer die folgenden Jahre, bis ein Arzt den Rückenschaden entdeckte. Aber da war es schon zu spät, um die schweren gesundheitlichen Schäden noch beheben zu können. Seitdein sitzt der frühere Lokführer im Rollstuhl. Aber aufgeben war nie sein Ding.
Als leidenschaftlicher Angler vom Verein der “Baggerweiher-Fischer” präparierte Konrad Huber die großen Fangerfolge seiner Anglerfreunde und hielt so die dekorativen Trophäen als Beweis für das Anglerglück für die Ewigkeit fest. Doch im Laufe seines eingeschränkten Lebens würden ihm die großen Fischköpfe zu schwer und er musste letztlich sein Hobby beenden. Konrad Huber zog einen Schlussstrich unter sein bisheriges Steckenpferd und fing an zu Malen. Das tut er seitdem mit großer Leidenschaft und Hingabe. Das Malen nach Zahlen machte ihm zu Beginn auch Spaß, genügte ihm auf Dauer aber nicht. Infiziert von den kreativen Ausdrucksformen
der Malerei wagte er sich an deren weitere Entwicklung. Er belegte einige Vhs-Kurse in Freilassing und Bad Reichenhall. Zu seinen künstlerischen Lehrmeistern gehörten Gabriele Breit aus Freilassing, Theresa Hültner aus Ainring ebenso wie Christine Graßl-Soller aus Regensburg, Siegfried Knapp aus Freilassing oder Renate Ensmann-Baurecht aus Salzburg, die ihn in die Kunst der Aquarell-, Öl und Acrylmalerei einführten. Auf der Basis seines neuen Wissens baute er sein vielseitiges Talent weiter aus. „Erst danach habe ich dann richtig angefangen zu malen”, erinnert er sich und bekennt, „seitdem viel dazugelernt” zu haben. Mit ungebrochenem Lebensmut und enormer Schaffenskraft malt Konrad Huber, der sich selbst bescheiden als „Hobbymaler” bezeichnet, Ölbilder unterschiedlichster Prägung.
Er lässt sich nicht auf einen Malstil festlegen. Mal sind es farbenfrohe abstrakte Motive, dann wieder gegenständliche Blumenbilder der klassischen Art oder farbharmonische Motive, die sich zwischen den beiden künstlerischen Ausdrucksformen bewegen. Auch Collagen fertigt er, die den Betrachter mit ihrer Plastizität in ihren Bann ziehen.
Die Hoteliersfamilie Zeif zeigt seit einigen Jahren Ausstellungen regionaler Künstler. Konrad Huber stellt dort schon zum zweiten Mal aus. Die Arbeiten können während der kommenden Monate im Hotelbereich sowie im Frühstücksraum und der Rezeption besichtigt werden.
Text und Fotos: Gisela Brechenmacher

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